BIN ICH KLAUS KINSKI?

Mit Arena Peel
und Elsi Spring

Buch und Regie: Hans-Jürgen Osmers

BIN ICH KLAUS KINSKI? – Ein Theaterabend zum 100. Geburtstag

Wer war Klaus Kinski? Der exzentrische Schauspieler, der internationale Filmstar, der schwierige Kollege, der selbsternannte Künstler, der Provokateur – oder alles zugleich?

Zum 100. Geburtstag von Klaus Kinski bringt das Packhaustheater Bremen „BIN ICH KLAUS KINSKI? – Theaterstück in fünf Phasen“ von Hans-Jürgen Osmers auf die Bühne. In der Titelrolle ist Aranea Peel zu erleben. Sie versucht dabei nicht, Kinski zu imitieren, sondern nähert sich ihm als Person und Schauspieler über seine Energie, seine Widersprüche, seine Verletzlichkeit und seine radikale Vorstellung von sich selbst und seiner Kunst.

Der Abend begleitet Kinski durch wesentliche Stationen seines Lebens und seiner Karriere: von den schwierigen frühen Jahren über seine Erfahrungen mit Krieg und Nachkriegszeit, den Durchbruch im deutschen Film und den internationalen Erfolg bis zu seiner Arbeit mit Werner Herzog und seinen eigenen künstlerischen Visionen.

Dabei begegnet der Zuschauer unterschiedlichen Menschen und Welten aus Kinskis Leben. Film, Theater, Frauen, Ruhm, Geld, Erotik, Religion und die Vorstellung vom eigenen Genie werden zu Bestandteilen eines zunehmend intensiven Bühnenporträts.

Osmers erzählt Kinskis Geschichte allerdings nicht in einer durchgehend realistischen Form. Der Abend wechselt zwischen Schauspiel, Musik, Groteske, stilisierten Situationen und stark unterschiedlichen atmosphärischen Bühnenwelten. Die drei Darstellerinnen entwickeln dabei eine große körperliche und komödiantische Spielfreude und lassen immer wieder neue Facetten der Kinski-Welt entstehen.

Aranea Peel steht dabei nicht allein im Zentrum. Die beiden weiteren Darstellerinnen Emilia Wellbrock und Marie-Christin Mollenhauer übernehmen zahlreiche Rollen und schaffen mit ihrer jugendlichen Energie einen spannenden Kontrast zur extremen Persönlichkeit Kinskis. So treffen historische Figuren und Situationen auf eine sehr gegenwärtige, selbstbewusste Bühnenwelt.

Auch die widersprüchliche öffentliche Wahrnehmung Kinskis gehört zum Abend. Seine ungeheure künstlerische Wirkung steht neben seiner Aggressivität, seinen Grenzüberschreitungen und den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen. Die Inszenierung versucht dabei nicht, diese Widersprüche aufzulösen, sondern nimmt sie als Teil der komplexen Persönlichkeit ernst, die Klaus Kinski bis heute zu einer der faszinierendsten und umstrittensten Figuren des deutschen Films macht.

„BIN ICH KLAUS KINSKI?“ ist ein ungewöhnliches Schauspiel über einen außergewöhnlichen Schauspieler – und über die Frage, was geschieht, wenn eine heutige Künstlerin sich einer Persönlichkeit nähert, deren Leben und öffentliche Erscheinung selbst längst zur Legende geworden sind.

 

Hans-Jürgen Osmers – Theatermacher, musikalischer Leiter und Regisseur

Hans-Jürgen Osmers ist seit vielen Jahren als Musikproduzent und in unterschiedlichen Funktionen an großen deutschen Bühnen tätig. Als musikalischer Leiter arbeitete er unter anderem an der Schaubühne Berlin, der Volksbühne Berlin und dem Berliner Ensemble sowie an verschiedenen Staatstheatern.Inzwischen ist Osmers verstärkt auch als Regisseur tätig. Seine Arbeit verbindet die Erfahrung aus der musikalischen Leitung großer Theaterproduktionen mit einem ausgeprägten Interesse an Schauspiel, Bühnenwirkung und ungewöhnlichen Künstlerpersönlichkeiten.

Für „BIN ICH KLAUS KINSKI? – Theaterstück in fünf Phasen“ hat Osmers den Text geschrieben und führt Regie. Im Mittelpunkt steht eine der widersprüchlichsten und extremsten Persönlichkeiten der deutschen Filmgeschichte.

Osmers interessiert sich dabei besonders für die Spannung zwischen dem öffentlichen Mythos Klaus Kinski und dem Menschen dahinter. Kinski war Schauspieler und Star, aber zugleich jemand, der seine eigene Legende mit außergewöhnlicher Konsequenz selbst miterschuf.

Genau diese Verbindung von Persönlichkeit, Schauspiel und Selbstinszenierung bildet einen zentralen Ausgangspunkt der Inszenierung.

Der Theaterabend verbindet biografische Elemente mit Musik, stilisierten Spielsituationen, Groteske und sehr unterschiedlichen atmosphärischen Ebenen. Dabei geht es Osmers nicht darum, Kinski möglichst realistisch nachzustellen. Die Figur soll vielmehr in ihrer Widersprüchlichkeit, ihrer Energie und ihrer Radikalität auf der Bühne lebendig werden.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Besetzung mit Aranea Peel. Die extravagante Sängerin und Performerin bringt eine eigene, sehr körperliche Bühnenpräsenz mit und begegnet Kinski nicht von außen als bloße Darstellerin einer historischen Figur, sondern aus einer eigenen künstlerischen Erfahrung heraus.

Für Osmers ist „BIN ICH KLAUS KINSKI?“ damit auch eine Begegnung zweier außergewöhnlicher Bühnenpersönlichkeiten: eines Schauspielers, der seinen eigenen Mythos geschaffen hat, und einer heutigen Performerin, die selbst über eine unverwechselbare Bühnenfigur verfügt.


Aranea Peel als Klaus Kinski – wenn zwei extravagante Bühnenpersönlichkeiten 
aufeinandertreffen Klaus Kinski wird von einer Frau gespielt. Und nicht von irgendeiner: Aranea Peel ist Sängerin, Performerinund Frontfrau der Band Grausame Töchter – eine Künstlerin, deren extravagantes Auftreten ebenso Teil ihrer öffentlichen Persönlichkeit ist wie ihre Musik.

Ihre Auftritte sind geprägt von Provokation, körperlicher Präsenz und einer bewussten Überschreitung konventioneller Grenzen. Mit Grausame Töchter hat sich Peel eine große und äußerst leidenschaftliche Fangemeinde erspielt, die weit über Deutschland hinausreicht. Ihre Konzerte sind weniger gewöhnliche Rock- oder Clubshows als eigenständige Performances.

Nun übernimmt sie im Packhaustheater die Rolle von Klaus Kinski.

Die Besetzung besitzt eine besondere innere Logik: Auch Kinski war nicht nur Schauspieler, sondern eine radikale Bühnen- und Medienpersönlichkeit. Er entwickelte ein unverwechselbares Image, machte seine Exzentrik zum Teil seiner öffentlichen Wirkung und verschmolz zunehmend die Grenzen zwischen Rolle, Persönlichkeit und Selbstinszenierung.Aranea Peel begegnet dieser Figur deshalb nicht mit einer klassischen Kinski-Imitation. Sie versucht weder seine Stimme noch seine Gestik möglichst genau nachzuahmen. Stattdessen geht es darum, Kinskis Energie, seine Widersprüchlichkeit, seine Sinnlichkeit, seine Aggressivität und seinen ungeheuren Willen zur Selbstdarstellung mit den eigenen Mitteln einer heutigen Performerin auf die Bühne zu bringen.

Dabei entsteht eine ungewöhnliche Begegnung: eine junge Frau aus der europäischen Performance- und Musikszene setzt sich mit einem Mann auseinander, der wie kaum ein anderer deutscher Schauspieler selbst zu einer öffentlichen Kunstfigur geworden ist.

Unterstützt wird Peel von zwei weiteren jungen Darstellerinnen, die mit großer Spiellust durch die verschiedenen Welten des Stücks wechseln. Gemeinsam entsteht eine Bühnenenergie, die den Kinski-Stoff nicht museal behandelt, sondern ihn unmittelbar, körperlich und gegenwärtig werden lässt.

Gerade darin liegt die besondere Herausforderung für Aranea Peel: Sie muss Klaus Kinski nicht einfach darstellen. Sie muss sich einen Menschen aneignen, der sein ganzes Leben lang darum gekämpft hat, von niemandem beherrscht zu werden.


Termine

Packhaustheater Bremen

09.10.2026 
10.10.2026 
11.10.2026
16.10.2026
17.10.2026
18.10.2026